Unternehmensgeschichte, -Philosophie und Umwelt-Engagement
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Direktor
Dr. Thomas-Benjamin Seiler
Verwaltungsdirektor
Daniel Steinhoff
Das Hygiene-Institut des Ruhrgebiets blickt auf eine über 120-jährige Geschichte zurück. Gegründet 1902 als Reaktion auf eine Typhus-Epidemie, hat sich das Institut zu einer der führenden unabhängigen Einrichtungen für Umwelthygiene in Europa entwickelt. Mit Nachhaltigkeit, Weitsicht und neutraler Expertise stehen wir im Dienste von Umwelt und Gesundheit.
Unsere Arbeit basiert auf einem breiten Leistungsspektrum, das von Trink- und Badewasserhygiene über Umweltmikrobiologie, Gebäudetechnik und Limnologie bis hin zu Wasserhygienischen Materialprüfungen und toxikologischen Untersuchungen reicht. Unsere Abteilungen, sowie unsere Zertifizierungsstelle HyCert, gewährleisten höchste Standards in Forschung und Praxis.
Unser Engagement richtet sich auf den Schutz natürlicher Ressourcen wie Wasser, Luft und Boden sowie die Sicherstellung gesundheitlicher Unbedenklichkeit von Materialien und Produkten. Mit toxikologischen Tests und ökotoxikologischen Analysen tragen wir dazu bei, Altlasten zu vermeiden und neue Belastungen zu reduzieren.
Die Philosophie des Instituts verbindet Wissenschaft, Praxis und Gesetzgebung mit dem Ziel, sowohl in Ballungszentren wie dem Ruhrgebiet als auch in ländlichen Regionen für eine lebenswerte Zukunft zu sorgen.
Ressourcenschutz
Wir sichern die Qualität unserer wertvollen natürlichen Ressourcen: Ob es sich nun um Wasser handelt, ohne dass es kein Leben gäbe, um die Luft, die uns umgibt und die wir zum Atmen brauchen oder um den Boden, der das Grundwasser schützt und unsere Pflanzen auf den Äckern gedeihen lässt. In einer globalisierten Welt machen Schadstoffe nicht an Ländergrenzen halt. Sie müssen entdeckt werden, damit rechtzeitig eingegriffen werden kann.
Prüfung von Materialien und Produkten
Wir prüfen Materialien und Produkte bereits im Vorfeld ihrer Markteinführung auf die Eignung für den Kontakt mit Trinkwasser oder Grundwasser. Ebenso werden Wirksamkeit und Umweltverträglichkeit ermittelt. Wir meinen es ernst mit dem gesundheitlichen Verbraucherschutz. Und der beginnt nicht erst mit der Übergabe von Produkten an den Verbraucher, sondern setzt bereits bei der Planung und Produktion von Vor- und Zwischenprodukten ein.
Alles hat ein Ende (Altlasten)
Jedes Produkt und jedes Material erreicht früher oder später sein Lebensende und soll ganz oder teilweise in den Stoffkreislauf zurückgeführt werden. Wir helfen dabei, die natürlichen Kreisläufe möglichst frei von Belastungen zu halten. Somit können wir verhindern, dass „neue“ Altlasten freigesetzt werden, die ihrerseits Umweltschäden verursachen und die Gesundheit des Menschen belasten können.
Toxikologische Untersuchungen
Selbstverständlich untersuchen wir auch vorhandene Altlasten auf negative Wirkungen für Mensch und Umwelt. Beeinträchtigungen der Gesundheit bei der Nutzung von Böden oder Bauwerken können so reduziert werden. Außer den bekannten Noxen (PAK, Schwermetalle, Asbest, PCB, PCDD/F) finden wir heute auch viele weitere Stoffe, die von der Industrie als Ersatzprodukte für die „klassischen“ Schadstoffe eingesetzt werden oder wurden. Ökotoxikologische Tests liefern Hinweise auf mögliche Gefährdungen und helfen bei der Einstufung von Belastungen.
Was uns antreibt
Wenn es um den Schutz unserer Umwelt geht – und damit um nichts weniger als das Wohlergehen der künftigen Generationen – sind Weitsicht und nachhaltiges Handeln die beste Basis für ein sinnvolles gesellschaftliches Miteinander. Vorbeugender Gesundheitsschutz darf sich niemals an kurzfristigen Modeströmungen orientieren oder sich tagespolitischen Sachzwängen unterordnen. Der Gesetzgeber muss hierfür langfristige Konzepte entwickeln und transparent agieren. Wir können mit unserer Routineanalytik, aber auch in Forschungsvorhaben, die Daten dafür liefern.
Neutral und unabhängig
Das Hygiene-Institut des Ruhrgebiets versteht sich als unabhängige und neutrale Institution. Unsere Dienstleistungen dienen einer Brückenfunktion zwischen Wissenschaft und Praxis, Gesetzgebung und Wirtschaft – stets unter Beachtung der gesetzlichen Rahmenbedingungen, aber auch unter Berücksichtigung des aktuellen Standes der Technik.
Vorbeugender Gesundheitsschutz
Wir wollen die Welt ein wenig sicherer machen und mit Hilfe von gezielten Untersuchungen und Expertisen den richtigen Weg in eine lebenswerte Zukunft weisen.
In Ballungszentren und ländlichen Regionen
Die Gesundheit des Menschen steht im Mittelpunkt unseres Handelns – insbesondere in Ballungszentren wie dem Ruhrgebiet mit mehr als 5 Millionen Einwohnern sowie in anderen dicht besiedelten Regionen unseres Planeten. Aber auch in ländlich geprägten Regionen, die durch industrielle Landwirtschaft geprägt sind, unterstützen wir den vorbeugenden Umwelt- und Gesundheitsschutz.
Es begann mit einer Epidemie
Der Aufbau des Hygiene-Instituts war Robert Kochs raschem Handeln zu verdanken, als dieser im Spätsommer 1901 wegen einer Typhus-Epidemie nach Gelsenkirchen gerufen wurde. Da sich Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Bevölkerung in der Bekämpfung der Seuche einig waren, begannen Ende 1901 der Trägerverein und Anfang 1902 das Institut selbst die Arbeit zur Erforschung und Bekämpfung der Seuchen aufzunehmen. Tausende Menschen atmeten auf und konnten wieder in eine lebenswerte Zukunft blicken. Die intensive Arbeit zahlreicher Institutionen in ganz Mitteleuropa nahm den Seuchen endgültig ihre Schrecken.
Das Institut im Wandel der Zeit
Das “Hygienische und Bakteriologische Institut“, so lautet der Gründungsname des Instituts, führte Prof. Dr. Hayo Bruns als erster Direktor von 1902 bis 1936. Sein Spezialgebiet waren die Wurmkrankheiten, denen er zahlreiche Publikationen widmete. Er war aber aufgrund einer schweren Erkrankung im Jahr 1923 nicht mehr in der Lage, das Institut erfolgreich zu leiten. Fehlende Mittel bedeuteten fast das Ende. Glücklicherweise wurde das Institut vom Ruhrverband übernommen, konnte aber bereits 1929 zurückgekauft werden und trug von nun an die Bezeichnung „Hygiene-Institut des Ruhrgebiets“. Bruns starb 1951.
Kurzes Aufblühen und eine Schreckenszeit
Bruns Nachfolgern gelang es, dem Institut in den folgenden Jahren wieder die nötigen Impulse zu verleihen und die erforderlichen finanziellen Mittel zum Überleben des Instituts zu sichern. 1939 wurde eine staatlich anerkannte Lehranstalt errichtet, in der über viele Jahrzehnte Medizinisch-technische Assistentinnen ausgebildet wurden. Leider zunächst nur für kurze Zeit. Denn auch das Hygiene-Institut blieb keineswegs verschont, als der 2. Weltkrieg die Welt an den Rand des Abgrunds führte. Gegen Ende des Krieges wurde das Institut nahezu vollständig zerstört, an ein zielgerichtetes Arbeiten war kaum noch zu denken.
Fördermittel des Landes NRW
Der neue Institutsleiter, Prof. Wüstenberg, führte das Institut in ruhigeres Fahrwasser und begann konsequent mit dem Wiederaufbau. Die Lehranstalt für MTAs konnte weitergeführt werden. Neue Arbeitsgebiete wurden erschlossen. Das Institut erlangte hohes Ansehen.
Durch finanzielle Zuwendungen des Landes Nordrhein-Westfalen im Rahmen der Zukunftsinitiative Montanregion (ZIM) wurde das Hygiene-Institut Anfang der 1990er Jahre zu einer der größten unabhängigen Institutionen in Europa auf dem Gebiet der Umwelthygiene ausgebaut.